Das Festival schafft besondere Momente, öffnet neue Perspektiven und verbindet Klänge, Kunst, Kultur und mehr.
Mehr Infos findest Du unter: www.oberstdorf.de/eko.
Mit viel Leidenschaft und einem internationalen Netzwerk und Kontakten in die Musikwelt bringt er außergewöhnliche Talente und Klänge direkt nach Oberstdorf. Im Interview erzählt er was das EKO heute ausmacht, wie es hinter den Kulissen aussieht und was Ihr in diesem Jahr auf keinen Fall verpassen solltet.
Wie ist das EKO, ehem. Forum für neue Musik, vor 20 Jahren, seit 2006 entstanden?
Die Wurzeln des EKO-Festivals reichen in meine langjährige Zusammenarbeit mit Künstlern in Italien zurück – besonders in Rom im Umfeld von Sylvano Bussotti und vor allem in Meran bei Tempo Reale unter der Leitung von Mary de Rachewiltz. Dort habe ich erlebt, wie in einem ländlichen Umfeld interdisziplinäre Kulturprojekte mit großer künstlerischer Qualität und starker Publikumsresonanz umgesetzt wurden.
Du bist Musikschuldirektor und Künstlerische Leitung des Musikfestivals EKO – was reizt Dich besonders an dieser Doppelfunktion?
Ich muss etwas ausholen: Oberstdorf ist ein international bekannter Kurort. Deshalb braucht es hier neben Sport, Hotellerie und Gastronomie auch ein starkes und vielfältiges Kunst- und Kulturangebot. Die Musikschule spielt dabei eine zentrale Rolle – unsere Aufgabe geht weit über reine Pädagogik hinaus. Wir prägen das musikalische Profil des Ortes aktiv mit. Jede Lehrkraft bringt ihr künstlerisches Netzwerk ein, sodass ein lebendiges Gesamtangebot entsteht. Allein im letzten Jahr haben wir 74 Veranstaltungen mit rund 440 Mitwirkenden und etwa 3.600 Besuchern realisiert.
Die Doppelfunktion reizt mich, weil sie Gestaltungsspielraum bietet: Musikschulleitung in Oberstdorf bedeutet immer auch Kulturmanagement. Man arbeitet nicht nur mit Schülern, sondern entwickelt kulturelle Impulse für den ganzen Ort – und genau diese Verbindung aus Bildungsarbeit und künstlerischer Gesamtverantwortung macht die Aufgabe besonders spannend.
Der ganze Ort arbeitet am Ziel, dass kein Gast nach Hause fährt ohne den Wunsch gerne wieder zu kommen.
Die Musikveranstaltung geht neue Wege. Was dürfen wir außer der Änderung in Namen und Design weiter erwarten?
Das EKO-Festival geht bewusst neue Wege. Während das Forum für neue Musik vor allem pädagogische Inhalte vermittelte – etwa durch gemeinsame Aufführungen von Schulchören mit eingeladenen Künstlern – setzen wir heute auf offene Workshops für alle, die aktiv mitmachen möchten.
Das Angebot ist deutlich vielschichtiger geworden: klassische Meisterwerke, experimentelle Klangkunst, regionale Volksmusik, Instrumentenbau, Malerei, Poesie und vieles mehr. Nicht alles gleichzeitig, aber unter dem Dach des EKO-Festivals entsteht Raum für vielfältige kreative Begegnungen – und genau diese Begegnungen machen das Festival so spannend.
Für alle, die EKO noch nicht kennen: Was macht das Festival aus und wofür steht EKO?
EKO steht für Experimentelle Klangkunst Oberstdorf. Das Festival zeichnet sich durch die bewusste Verbindung unterschiedlicher Kunstdisziplinen aus. Musik, bildende Kunst und Performance treten hier in einen direkten Dialog. In diesem Jahr etwa improvisieren fünf junge Virtuosen der Young Classic Artists spontan zu sechs bildnerischen Arbeiten der Künstlergruppe Engässer–Nenning–Kling. Ebenso prägend ist die Gegenüberstellung zeitgenössischer Avantgarde mit klassischen Meisterwerken im Konzertformat. EKO bringt urbane Kunstimpulse nach Oberstdorf und setzt sie in produktive Spannung zu tradierten Formen — ein künstlerischer Schmelztiegel.
Wie lange im Voraus beginnst Du mit der Planung des EKO?
Die Planung beginnt in der Regel rund zwei Jahre im Voraus. Internationale Spitzenensembles legen ihre Tourpläne sehr früh fest — etwa das Minguet Streichquartett aus Düsseldorf oder das Uusinta Ensemble aus Helsinki, das bereits für 2027 zugesagt hat. EKO ist zudem aus dem Forum für Neue Musik hervorgegangen, wo regelmäßig Kompositionsaufträge vergeben wurden. Solche Projekte erfordern eine verlässliche und langfristige Vorbereitung.
Welche Herausforderungen gibt es bei der Organisation eines Musikfestivals?
Ein Musikfestival in der Größenordnung und Qualität von EKO bringt vielfältige Herausforderungen mit sich. Zentral ist die Koordination der zahlreichen Beteiligten. Zunächst braucht es ein übergeordnetes Festivalkonzept, das alle künstlerischen Beiträge miteinander verbindet. Darüber hinaus gilt es, viele unterschiedliche Akteure zu organisieren — von Künstlern und Agenturen über Marketing und Kommunikation bis hin zur Veranstaltungstechnik. Da ein Teil der Gäste und Ensembles aus dem Ausland kommt, müssen Inhalte und Abläufe zudem mehrsprachig gedacht und umgesetzt werden.
Nach welchen Kriterien wählst Du die Künstlerinnen, Künstler und Ensembles für EKO aus?
In den ersten Jahren habe ich Freunde und Studienkollegen nach Oberstdorf eingeladen — alles herausragende Künstler, die sich später durchweg erfolgreich entwickelt haben. Heute erreichen uns zunehmend Bewerbungen und Exposés. Die Auswahl richtet sich nach der künstlerischen Qualität, aber auch danach, ob das vorgeschlagene Konzert oder die Performance in die Jahresplanung passt. Ist beides gegeben, starten wir die Planungen, wobei zunächst die Finanzierung gesichert wird — alles Weitere folgt danach.
Welche musikalischen Schwerpunkte dürfen die Gäste in diesem Jahr erwarten?
In diesem Jahr liegt der musikalische Schwerpunkt auf Kammermusik, insbesondere für Streicher und Holzbläser. Ein Höhepunkt ist das Eröffnungskonzert des Minguet Streichquartetts: Sie präsentieren eine Bearbeitung von Gustav Mahlers Ich bin der Welt abhandengekommen (1901) für Streichquartett von Annette Reisinger. Die Matinee des Holzbläserquintetts HILARIS aus Würzburg widmet sich fast ausschließlich Musik des 21. Jahrhunderts, darunter ein zweiteiliges Septett aus meiner Feder, begleitet von der koreanischen Flötistin Sungwon Cho und der Pianistin Ruxandra Pelzer. Nicht zuletzt verspricht die Begegnung der Young Classic Artists mit der bildenden Künstlergruppe Engässer–Nanning–Kling ein spannendes Highlight des Festivals zu werden.
Welche Rolle spielen junge Talente und Nachwuchsmusikerinnen und -Musiker bei EKO?
Ein zentrales Anliegen von EKO ist es, jungen Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform zu bieten — eine Tradition, die bereits im Forum für Neue Musik gepflegt wurde. Es beeindruckt immer wieder, mit welcher Qualität der Nachwuchs selbst anspruchsvollste Neukompositionen meistert. Ihre Frische und Unbefangenheit machen sie besonders wertvoll für das Festival. Oberstdorf ist seit über 20 Jahren eine Bühne für experimentelle Tonkunst und hat sich damit nicht nur in musikwissenschaftlichen Veröffentlichungen einen Namen gemacht, sondern wurde auch von der Sibelius-Stiftung in Finnland sowie der Generalvertretung der Slowakei unterstützt.
An wen richtet sich EKO?
EKO ist für alle – ob Klassikliebhaber oder Menschen, die selten klassische Konzerte und Angebote besuchen. Es geht nicht darum, alles zu verstehen, sondern Neues zu erleben. Offen, persönlich und ohne Vorwissen lädt EKO dazu ein, neue Klänge und Ausdrucksformen zu entdecken und besondere Kunstmomente in Oberstdorf zu genießen.
Was wünschst Du Dir, dass die Gäste nach einem Konzertabend mit nach Hause nehmen?
Ich wünsche mir, dass die Gäste nach einem Konzertabend bereichert und inspiriert nach Hause gehen. Dass Einheimische wie Besucher eine neue, überraschende Seite Oberstdorfs entdecken – ebenso großartig wie die Natur und die Menschen, die hier leben und das Festival möglich machen. EKO soll ein Sinnbild für die Weltoffenheit und kulturelle Vielfalt Oberstdorfs werden.
Was bekommen die Gäste normalerweise nicht mit, was hinter der Bühne passiert?
Wie unglaublich anstrengend und arbeitsintensiv der Job ist, den unser Team von der Veranstaltungstechnik jeden Tag für uns erledigt.
Wie erlebst Du die Stimmung bei den Künstlerinnen und Künstlern kurz vor einem Auftritt?
Jeder Künstler geht anders mit der Anspannung vor einem Auftritt um. Manche ziehen sich zurück, andere vertiefen sich bis zuletzt in die Partitur, wieder andere prüfen Instrument und Intonation. Eines aber haben alle gemeinsam: Sie arbeiten hochprofessionell und fokussiert an ihrer Vorbereitung.
Wann weißt Du für Dich persönlich: „Jetzt ist EKO wirklich gelungen“?
EKO ist gelungen, wenn alle Veranstaltungen gut besucht sind und die Menschen sich beim Rausgehen bereits das Datum für das kommende Jahr vormerken.
Zum Abschluss: Warum sollten Gäste ihren Aufenthalt in Oberstdorf unbedingt mit einem Besuch bei EKO verbinden?
EKO macht einen Aufenthalt in Oberstdorf zu einer besonderen Entdeckungsreise. Hier können Besucher inmitten grandioser Berglandschaft das Alphornspiel von lokalen Profis erleben, die Malerei junger Künstlerinnen und Künstler aus der Region entdecken und zeitgenössische Musik auf höchstem Niveau genießen — alles innerhalb eines Festivals. Diese geballte Vielfalt auf höchstem Niveau findet man sonst kaum an einem Ort.

Das EKO verbindet Musik mit Neugier, Konzentration und Entdeckung. Das Festival vom 27. bis 29. März 2026 schafft besondere Momente, öffnet neue Perspektiven und verbindet Klänge, Kunst, Kultur und mehr.
Lass Dich überraschen und begeistern!