Wenn die Berge glitzern und die Luft klar und frisch ist, erwacht Oberstdorf zu einem Winter voller Abenteuer. Im Februar laden die Winter-Erlebniswochen dazu ein, die kalte Jahreszeit von einer ganz besonderen Seite zu erleben. Ob beim LVS-Schneeschuh-Schnuppern, bei einer Flutlicht-Langlaufrunde, bei faszinierenden Himmelsführungen oder einem Blick hinter die Kulissen der Nebelhornbahn, hier wartet für jede und jeden etwas, der den Winter aktiv entdecken möchte.
In unserem Blog geben die Oberstdorfer Guides und Experten Tipps und Einblicke und erzählen, warum gerade diese Erlebnisse den Oberstdorfer Winter so besonders machen. Lass Dich inspirieren, probiere Neues aus und plane Dein eigenes Winterabenteuer in den Oberstdorfer Bergen.
Nach den Sternen greifen: bei Fackelwanderung & Sternenbeobachtung mit Teleskopen
Die Faszination für Sterne begleitet Prof. Dr. Thomas Eimüller seit seiner Jugend, als er den Halleyschen Kometen im Teleskop entdeckte. Heute lehrt er Physik, Klimawandel und Astronomie an der Hochschule Kempten und vermittelt Dir als erfahrener Astronom bei der Fackelwanderung und Himmelsführung sein Wissen und seine Begeisterung für den Sternenhimmel.
Warum bietet Oberstdorf und die Alpenregion besonders gute Bedingungen für die Sternenbeobachtung?
Die besonderen Bedingungen ergeben sich aus den drei „L“: (1) Die Lichtverschmutzung ist außerhalb der Städte und insbesondere im Gebirge im deutschlandweiten Vergleich gering. Das bedeutet, dass es an vielen Orten im Allgäu dunkel genug ist, um beispielsweise die Milchstraße mit bloßem Auge zu sehen. (2) Die Lage: Auf über 800 m Höhe hat man bereits viele störende unruhige Luftschichten, die das Beobachten erschweren, hinter sich gelassen. (3) Auch die geringe Luftverschmutzung hilft, einen ungetrübten Sternhimmel zu erleben.
Welche Sterne, Sternbilder oder Planeten kann man bei einer Himmelsführung typischerweise entdecken?
Als Ausgangspunkt für die Orientierung bietet sich der große Wagen an. Verlängert man die beiden hinteren Kastensterne um das Fünffache, so gelangt man zum Polarstern, der uns die Nordrichtung weist. Jetzt im Winter fällt vor allem das „Wintersechseck“ auf: Es wird gebildet durch sechs helle Sterne der Sternbilder Orion, großer und kleiner Hund, Zwillinge, Stier und dem Fuhrmann. Darunter ist auch Sirius, der hellste Stern des Himmels. Ein Teleskop zeigt den Orionnebel, eine Wolke aus Gas und Staub, in der auch heute noch neue Sterne entstehen. Auffällig hell sind die Planeten Jupiter und Saturn. Im Teleskop kann man auch Monde dieser Planeten, die Wolkenbänder des Jupiters und die Ringe um den Saturn erkennen. In einer klaren Nacht lässt sich zudem die Andromedagalaxie beobachten, deren Licht 2,5 Millionen Jahre zu uns unterwegs war.
Was nehmen Teilnehmerinnen und Teilnehmer idealerweise von einer Himmelsführung mit nach Hause?
Die Teilnehmer lernen sich am Wintersternenhimmel zu orientieren und können markante Sternbilder wie den Orion selbst wiederfinden. Wer zum ersten Mal Saturn oder Jupiter im Teleskop sieht, wird beeindruckt sein und kann ins Staunen geraten. Angesichts der Weiten des Weltalls werden dann vielleicht irdische Probleme unbedeutender erscheinen. Welche Rolle der Mond spielt und wie sich der Sternenhimmel im Laufe der Jahreszeiten verändert und vieles mehr erfährst Du bei diesem Wintererlebnis.
Bild: Prof. Dr. Thomas Eimüller ©Jens Kerick, Hochschule Kempten
mit unseren Nordic-Partnern Agnes Dornach von BERGSPORT JA und Alex Lenz von NTC Sports, beide erfahrene Langlauftrainer und Teil unserer Nordic-Partner, geben wertvolle Tipps für Einsteiger.
Welche Muskeln und Fähigkeiten werden beim Langlaufen besonders trainiert?
Alex: Langlaufen ist ein Ganzkörpertraining für unsere Muskulatur. Bei den Fähigkeiten werden vor allem Gleichgewicht und Koordination, Ausdauer, Rhythmusgefühl und Beweglichkeit geschult.
Welche Tipps hast Du für Anfänger, um von Anfang an sicherer auf den Langlaufski zu stehen?
Agnes: Locker bleiben, die Knie leicht beugen und den Oberkörper minimal nach vorne halten. Tempo rausnehmen, denn Langlauf ist kein Wettrennen – auch wenn andere so aussehen. Und ganz wichtig: Stürzen gehört dazu.
Wie lange dauert es aus Deiner Erfahrung ungefähr, bis man sich als Einsteiger sicher auf der Loipe fühlt?
Alex: Mit professioneller Unterstützung kann man meist ab dem dritten Tag die Loipen mit einem guten Gefühl meistern.
Welche Ausrüstung braucht man wirklich für den Start?
Agnes: Wirklich nötig sind Langlaufski, Schuhe und Stöcke (am besten geliehen) sowie bequeme, atmungsaktive Kleidung, dünne Handschuhe, eine Mütze, gute Laune und los geht’s! Am Anfang fährt nicht der Ski, sondern du.
Was ist der Unterschied zwischen klassischem Langlauf und Skating?
Agnes: Beim klassischen Stil ist die Bewegung wie beim Gehen – ruhig, elegant, sehr anfängerfreundlich. Beim Skating sieht es aus wie Eislaufen ohne Eis – schneller, sportlicher, anstrengender.
Hast Du eine persönliche Lieblingsloipe in Oberstdorf und warum gerade diese?
Agnes & Alex: Ganz klar die Loipe im Rohrmoos. Traumhafte Aussicht und einfach eine ganz besondere Atmosphäre.

BERGSPORT JA, NTC Sports, Erste Skischule Oberstdorf, Neue Skischule Oberstdorf und Skitechnikschule Oberstdorf. Finde alle Anbieter und die Nordic-Partner online unter:
Sicher im Schnee: Basics aus der Lawinenkunde
Die Begeisterung für die Berge und den Winter hat Korbinian Schmittlein schon früh gepackt. Als staatlich geprüfter Berg- und Skiführer und Geschäftsführer der Oberstdorfer Bergschule OASE alpin gibt er sein Wissen und seine Leidenschaft bei der LVS-Schneeschuh-Schnuppertour weiter. (LVS = Lawinenverschüttetensuchgerät)
Was macht eine Schneeschuhtour für Dich besonders im Vergleich zu normalem Winterwandern?
Sowohl Schneeschuhtouren als auch normales Winterwandern sind wunderbare Möglichkeiten, die winterliche Natur zu erleben. Der Unterschied liegt vor allem im Gelände. Beim Winterwandern bewegt man sich auf geräumten, gesicherten Wegen innerhalb eines klar definierten Rahmens. Schneeschuhtouren führen dagegen ins freie Gelände. Dort bestimmen Schnee, Geländeformen und aktuelle Bedingungen das Erlebnis – und genau diese Nähe zur ursprünglichen Winterlandschaft macht für mich den besonderen Reiz aus.
Welche Sicherheitsaspekte sind bei einer Schneeschuhtour besonders wichtig?
Entscheidend ist die bewusste Auseinandersetzung mit Schnee, Gelände und der aktuellen Lawinensituation. Im freien Gelände gibt es keine vorgegebenen Wege, Entscheidungen müssen laufend angepasst werden. Eine sorgfältige Tourenplanung, eine realistische Einschätzung vor Ort und die Bereitschaft, auch umzukehren, gehören deshalb genauso dazu wie Erfahrung in der Routenwahl und im Lesen von Gelände und Schneedecke.
Warum ist es sinnvoll, sich mit LVS-Gerät, Schaufel und Sonde vertraut zu machen, auch wenn man sich nicht im Hochgebirge befindet?
Lawinengefahr ist nicht an Höhenmeter gebunden, sondern an Geländeform und Schneesituation. Auch in vermeintlich moderatem Gelände können kritische Situationen entstehen. LVS-Gerät, Schaufel und Sonde sind deshalb keine Ausrüstung für Extremtouren, sondern grundlegende Sicherheitsmittel, sobald man sich im freien Wintergelände bewegt. Entscheidend ist dabei nicht nur, sie dabeizuhaben, sondern sie sicher beherrschen zu können.
Welche Rolle spielt regelmäßiges Üben beim sicheren Umgang mit LVS im Gelände?
Regelmäßiges Üben ist zentral. Im Ernstfall zählt Routine – nicht Theorie. Der sichere Umgang mit dem LVS-Gerät, das strukturierte Vorgehen bei einer Suche und das Zusammenspiel im Team müssen automatisiert sein. Deshalb gehört das Training mit der Ausrüstung für mich selbstverständlich dazu. Es schafft Sicherheit, Ruhe und Klarheit – genau das, was man im Gelände braucht, um verantwortungsvoll unterwegs zu sein.
Andreas Eibeler ist seit Mai 2013 ein fester Bestandteil der Nebelhornbahn. Angefangen als Schaffner bei der Großkabine, hat er sich über die Jahre vom Maschinisten über den Seilbahntechniker bis hin zum stellvertretenden Betriebsleiter hochgearbeitet. Heute ist er ein wichtiger Teil des Wartungsteams und gibt bei der Führung der Nebelhornbahn spannende Einblicke in Technik und Betrieb.
Die Nebelhornbahn wurde 2021 umfassend erneuert. Welche Veränderungen gibt es seitdem auch im technischen Hintergrund?
Kurz gesagt: Viele! Die Antriebe der Seilbahn und die Steuerung sind auf dem aktuellen Stand der Technik. Durch den Direktantrieb der neuen Anlage erfolgt die Kraftübertragung ohne Getriebe auf die Antriebsscheibe, dies erhöht den Wirkungsgrad und macht die Anlage somit energieeffizienter. Mehr Komfort: Die neuen 10er Kabinen von Sigma bieten für jeden Gast einen Sitzplatz mit einer großartigen Aussicht durch die Panoramafenster. In der Mittelstation (Seealpe) kann der Gast sitzen bleiben, wenn er weiter möchte zur Bergstation (Höfatsblick). Vorher musste hier immer umgestiegen werden. Je nach Witterung ist dies allerdings notwendig. Wir haben die Möglichkeit die Sektion 1 und die Sektion 2 getrennt voneinander betreiben zu können. Dadurch besteht die Möglichkeit unterschiedliche Geschwindigkeiten fahren zu können oder auch nur eine Sektion alleine zu betreiben. Dies ist z. B. notwendig bei Wind.
Gäste erleben meist nur die Fahrt mit der Kabine. Was passiert im Hintergrund des Betriebs, dass man als Besucher normalerweise gar nicht mitbekommt?
Wir arbeiten im Hintergrund ständig daran besser zu werden und unseren Qualitätsstandart zu halten. Einiges bleibt bewusst unsichtbar. Entscheidend für uns ist Sicherheit, Zuverlässigkeit und Komfort. Die Anlage überwacht sich ständig selbst durch zahlreiche Sensoren und Schalter. Auch unsere Mitarbeiter sind mit allen Sinnen bei der Anlage. Wir planen und organisieren unsere anstehenden Arbeiten, halten die Dokumentation für die Behörden und Prüfstellen auf dem aktuellen Stand. Ebenfalls kümmern wir uns im Hintergrund um nicht Seilbahnrelevante Dinge. Die Wasserversorgung, Anlieferung der Waren und die Gebäudetechnik.
Wie wird eine Seilbahn eigentlich gewartet – täglich, wöchentlich, jährlich?
Es gibt vom Hersteller genau definierte Abläufe der Wartung. Diese unterteilen sich auf Täglich, wöchentlich, Monatlich, vierteljährliche, halbjährliche und jährliche Kontrollen und Wartungen. Ziel ist es das die gesamte Anlage im Jahr zu 100 % geprüft wird. Hinzu kommen noch Sonderinspektionen die z. B. nach 20.000 Betriebsstunden oder 5 Jahren fällig sind.
Was geschieht mit den Kabinen und der Anlage, sobald der letzte Gast den Berg verlassen hat?
Die Kabinen werden jeden Abend eingaragiert. An der Mittelstation (Seealpe) haben wir einen Bahnhof. Dieser befindet sich im unterhalb vom Bahnsteig. Über ein eigenes Fördersystem werden die Kabinen von der Bahnsteigebene über einen Schrägförderer ein Stockwerk nach unten gefahren in den Bahnhof. Dies passiert in der Regel vollautomatisch. Während dem Garagieren machen wir ständig Sichtkontrollen an den Kabinen und Laufwerken.
Gab es in Deinem Arbeitsalltag schon einen Moment, in dem Du Dir gedacht hast: „Das bekommen sonst wirklich nur wenige Menschen zu sehen“?
Ganz klar: Ja! Manchmal ein: Wow! Bis hin zu einem: Das darf jetzt wirklich nicht wahr sein! Die Momente haben jedoch fast immer eines Gemeinsam: Man ist im ersten Moment sprachlos. Welche besonderen Momente Andreas Eibeler sprachlos machen und welche Abläufe Gästen normalerweise verborgen bleiben, erfährst du beim Erlebnis Führung Nebelhornbahn.

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